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Gedichte Gefühl

Für die Freundin

Nimm meine Hand, liebe Freundin.

Ich gehe mit dir durch das Land deiner Angst.

Fürchte dich nicht, meine Freundin,

ich wärme dir das ängstliche Herz.

Nimm nicht hin, meine Freundin,

was passiert, sondern nimm es an.

Dann wirst du verändert, aber gestärkt

Aus der Situation hervorgehen

 

Gib mir die Hand, meine Freundin.

Ich gehe mit dir durch die Dunkelheit.

Und gibt es kein Zurück,

bleibe ich und warte mit dir, bis es heller wird.

Ich suche mit dir den Raum deines Lichtes.

Und wenn du ihn nicht betreten kannst,

habe ich genug Licht für uns beide

Ich halte dich als Freundin,

bis du wieder ohne Stütze sein kannst.

©Helga Sievert-Rathjens

 

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Dieser eine, unvergleichliche Moment

 

Als wir bei Ahrensbök auf dem Hügel saßen

Wie Eins, so nah

Sprachen wir nicht,

waren einfach nur da

Und schauten den gelben Himmel

 

Als wir am Abend unerwartet eine Sternschnuppe

Über den Himmel ziehen sahen.

Sprachen wir nicht,

jeder genoss es für sich

 

Als am Warder die Stare tanzten

Vogelballett

Da sprachen wir nicht

Jeder staunte für sich

 

Da dachte ich jedesmal für mich

Du musst dieses Gefühl bewahren

Damit du dich erinnerst

Wie wir zusammen waren

 

So nah, fast wie Eins waren wir

Ja, wie Eins und doch jeder bei sich

 

Werde ich mich an dieses Gefühl

Je wieder so erinnern?

©Helga Sievert-Rathjens

 

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Winterliebe

Im See, vom Schnee bedeckt und weiß
liegt ein Boot, schon ganz vereist.
Es kann dem Frost nicht widerstehen.
Es scheint, bald wird es vergehen

Den Sommer hat es hinter sich
Der Herbst auch schon lang verblich
Doch schau mal da, welch großes Glück
es kommen die Schwäne vom Süden zurück

Noch einmal soll es sich erwärmen
befreit von Eis und Schnee
zieht es dann über den See
© Helga Sievert-Rathjens

 

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Dort hinter dem Deich
tosen die salzigen Wellen
gespeist aus schlammigen Quellen

Dort hinter dem Deich
braut sich zusammen schwarze Flut
dunkel sie schäumt - Zeichen für Wut

Dort hinter dem Deich
nagt und frisst das Salz, macht ihn weich
gleich bricht er --- gleich --- gleich
©Helga Sievert-Rathjens

 

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Der Mann am Klavier

Oft sah ich dich, EINS mit dem Klavier, sitzen
den leisen Klängen zugeneigt
hast dich dem Instrument geweiht
So tief gebeugt, das Ohr fast auf den Tasten,
erhorchtest die Melodie aus dem Kasten
Die Musik fühlend mit den Fingerspitzen.

Lauschtest, ertastend was sich da aufgestaut
Erfühltest was da wollte raus.
Für meine Ohren war's ein Schmaus
Ich sah‘s an deinem Gesicht
Das du voller Zuversicht
wußtest, welch Melodie sich dir anvertraut.

Du schienst ein sich‘res Gefühl zu besitzen
Als ich begann zu begreifen,
die Hände langsam versteiften,
weil mein Weg ein viel läng'rer ist.
Geschwind löstest du jeden Zwist
wenn die Finger über die Tasten flitzten

Für mich warst du ein großes Genie und Gott,
ein großer Könner am Klavier.
So brillant klang es nur mit dir
Hast nie auf Effekte gezielt,
einfach dich gesetzt und gespielt
Ganz locker, lieblich und manchmal auch ganz flott.

Trankst zum Spiel stets ein Glas samten Burgunder
Es schien mir als wüßtest du  länger schon,
dies wurd' geschenkt aus andrer Dimension

Hast Gefühl zum Klingen gebracht
zeigtest Freude, ganz ohne Macht
Hattest nie einen Lehrer, du großes Wunder
©Helga Sievert-Rathjens

 

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Du hast soviel Kraft in dir.

All die zurückgehaltene Energie,

lasse sie frei, schicke sie in die Welt

und sie wird, wie ein Lauffeuer, alles verändern

 

Mit der Kraft deines Herzen kannst du alles erreichen

Du kannst Samen setzen und den Keim aufgehen sehen,

du kannst dich freuen an dem, was du gesät hast

Alles wird neu. Du kannst Liebe ernten

 

Die Kraft deines Herzen ist die Liebe

 

Manchmal denken wir, sie hat uns verlassen

Alles steht still, nichts will gelingen

Schau in dein Herz

Atme und entspanne, lasse alles los

Du siehst die ganz einfache Liebe

 

Wie einfach das geschieht!

Alles wird leicht und schwebend

Keine Angst mehr

Keine ANGST

 

Liebe dich, dann liebst du die Welt

Schau in dein Herz und du siehst, dass

Liebe alles kann

Sie kann alles bewirken was unmöglich scheint

 

Versuche es. Probiere es. Lasse es zu!

Du wirst erfreut sein darüber, was geschieht.

©Helga Sievert-Rathjens

 

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Ausgedörrt die Erde, leer schon jedes Fass
Wolken brechen und schicken die Tropfen
zur Erde, es regnet ohne Unterlass
Hart wie Stein fall’n sie zu Boden, klopfen
laut und bringen voller Lust das Lebensnass
Tränken Erde, spülen weg die Pfropfen
Schwellen nun an, gurgeln auf zum Wasserschwall
Der stürzt steil herab, brüllend im freien Fall

©Helga Sievert-Rathjens

 

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Ich habe lange gezögert diese Zeilen auf meine Seite zu bringen. Jetzt habe ich es mir erlaubt. Die Zeilen entstanden nachdem ich vor einiger Zeit „Die Einladung“ von ORIAH MOUNTAIN DREAMER (Kanadische Schullehrerin) gelesen hatte. Es hat mich tief beeindruckt und es gab viel zu überlegen und zu fühlen. Es soll keine Ergänzung zu den Worten von Oriah Mountain Dreamer sein. Dies sind einfach meine eigenen Gefühle.

 

Und ich stellte mir einige Fragen:

 

Ich will nicht wissen was du je gemacht hast.

Nur, ob du immer noch im Wald ein einzelnes Blatt bewunderst
und mit ihm im Wind wehst.

Und ich will wissen, ob du dich inmitten von Hochhäusern und Straßenlärm vom Tschilpen der Spatzen verzaubern lässt und mit ihnen herumschwatzt.

 

Ich will nicht wissen ob du schön aussiehst

nur, ob du die Schönheit eines Kornfeldes immer noch siehst und darin eintauchst.

Ich möchte wissen, ob du beim Brüllen der Wellen, das leise Seufzen des feuchten Sandes unter deinen Füßen hörst und es für dich wie Musik klingt.

 

Ich will gar nicht wissen, ob du den Mond liebst, 

nur, ob du es noch fühlst, wie er sich in Ruhe träge im Spiegel des Sees wiegt, und ob du dich mit ihm wiegst.

 

Ich will gar nicht wissen ob du das Leben liebst

nur, ob du es lebst und mit ihm wächst.

Und ob du noch träumst und schwebst,

und glühst, und in Verzückung geraten kannst.

Ob du hemmungslos weinen kannst und

ob du deine Scham jetzt nicht mehr versteckst.

Ob du aufstehst wenn du gefallen bist

und deinen Weg auch verändert fortsetzt.

Ich will nur wissen ob du lebst.

©Helga Sievert-Rathjens

 

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Vergebens

Ich hätt' gern in deiner Seele gelesen

und fand sie verschlossen

Ich versucht es zwar unverdrossen

doch alles ist umsonst gewesen

 

Weil Angst in deinem Herzen sitzt?

 

Wie kann ich in deiner Seele lesen

wenn du dich mir so verschließt?

Wie soll ich mit dir zu Sternen schweben

wenn du den Himmel vergisst?

 

Die Kraft der Liebe ist dir fremd

Dein Herz ist so klein!

Wie kann es nur sein

Dass dich das Leben so hemmt?

 

Dein Herz ist fest verschlossen

Sagst aber,

du bist in mich verschossen

Ich bin die Krücke für dich

so will und kann ich das nicht.

 

Deine Worte sind Schall und Rauch

das sagt mir mein Bauch

Was ist dir passiert, dass du so hart,

war niemand jemals zu dir zart?

 

Einsam irrst du nun durch die Gassen

denn ich habe dich verlassen

Ich schaue noch einmal zu dir hin

hoffe, du findest der Liebe Sinn

 

Du und ich gehen nun allein

Zu Zweien werden wir nicht mehr sein

Jeder sucht nun seinen Weg

so gut es eben geht


Drum leb wohl Liebster mein

Dich öffnen musst du jetzt allein

© Helga Sievert-Rathjens

 

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Abendliebe

In meinen Abend trat ein Engel mit feurigen Flügeln

Er umfing mich zart und badete mich in weichem Schaum

Später flog er auf rosa Schwingen davon

und schenkte mir einen goldenen Traum

© Helga Sievert-Rathjens

 

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Novembermelancholie

Als du gingst, gefror mein Herz zu Eis

Meine Brust umhüllte Schnee so weiß

nichts konnte mich noch wärmen

 

Ich schreckte zurück vor der Endgültigkeit

als klirrender Frost die Winterbraut gefreit

Denn mir ist nur geblieben

dich aus der Ferne zu lieben.

 

Und als die Vögel gingen auf die Reise

schwebte ganz leise

eine Feder herab

 

Ich legte sie dir aufs Grab

@Helga Sievert-Rathjens

 

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Ich vermisse dich

In den Tagen der Finsternis
kämpfe ich gegen Bitternis
und verschließe mein Herz

Dann gehe ich durch die Nacht
dahin, wo kein Herz mehr wacht
Keine Hand die mich hält
in dieser dunklen Welt

Wie ein Schemen getrieben
suche ich - dich zu lieben
Doch um mich ist es leer
Du kommst nie wieder her.

Ich vermisse dich
Dich und mich im Hier
Ich vermisse das Wir


@Helga Sievert-Rathjens

 

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Klage

Nachts lausch ich und suche nach deinem Atem

Ich fühle mich verlassen, verraten.

Ich taste ins Leere, keinen Ton hör' ich hier.

Da, ein Laut, ein Schluchzen, das kommt von mir

 

Hab Mauern und Gitter um mich gezogen,

damit mich niemand stört, keiner verletzt

Doch habe ich mich getäuscht und belogen,

in allertiefste Einsamkeit versetzt

 

Finde keine Liebe, vermisse Wärme,

denn mich liebt man nur aus der Ferne.

Im selbstgewählten eiskalten Keller hier

möcht' ich einen Atem hör'n neben mir

@Helga Sievert-Rathjens

 

 


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