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Gedichte: Betrachtungen

 

Weißt du noch?

 

Weißt du noch?

Am großen, sommerlichen Fluss?

Es war ein so schöner warmer Tag

ein Lächeln auf deinen Lippen lag

Da stahl ich dir den ersten Kuss

 

Weißt du noch?

Die Blumen in gepflegten Beeten

Boote fuhren vorbei geschwind

Die Fahnen flatterten im Wind

Lächelnd die Leute nach uns späten

 

Jetzt ist es Vergangenheit

die Wege trennten sich

Sind wir noch einmal bereit?

Ich glaube, lieber nicht

©Helga Sievert-Rathjens

 

 

Zuneigung

Einmal suchte ich die Freundschaft einer Frau
Die ich bewunderte, nicht weil sie so schlau
Weil sie mir schien zart besaitet und sensibel
Ich war überzeugt, wir sind kompatibel

Auch sie glaubte an Freundschaft und an sich
Doch leider kannten wir uns selber nicht.
Sie setzte Verbundenheit mit Grosszügigkeit gleich
Es flossen Geschenke aus ihrem Herzensreich

Sie flossen so reich und im Überfluss
Ich freute mich, wie man sich freuen muss
Wenn ins Herz Worte tröpfeln der Zuneigung
Zart- und feinfühlig ist sie, so war meine Empfindung

Viel Freude und Lachen kam in mein Leben
Ihre Familie hatte mir auch viel zu geben
Ihr sonniger Enkel zeigte mir seine Welt
Da war Vertrauen pur. Liebe, die sprudelt

Wir tanzten einen kurzen Tanz
Spiegelten uns im falschen Glanz
Waren nicht bereit den Schutzschild abzusetzen
Und gerade dadurch am leichtesten zu verletzen

Erst später kam die grosse Enthülle
Gleichgültigkeit und Kälte in Fülle
Die Piratenflaggen mit Säbeln wurden gehisst
Als es auf Zuneigung und Hilfe angekommen ist

Später habe ich tief in mein Herz geschaut
Wollte mich erinnern an diese Frau
Näherte mich vorsichtig in sanften Farben
Öffnete das Herz, um mich an ihren Worten zu laben

Doch was ich da sah, glaubte ich kaum
Die Worte waren hohl und aus Schaum
Hatten sich schon lange verflüchtigt
Dafür ist Schaum berüchtigt

Würde ich noch mal von vorn mit ihr beginnen?
Ja, das wünsche ich mir, mit allen Sinnen
Aber erst in einem späteren Leben
Vielleicht werden wir uns dann mehr Mühe geben
©Helga Sievert-Rathjens

 

 

In deinen Augen

 

Ich seh in deinen Augen

einen Glasmurmelmond.

Fremdbeschienen und irgendwie tot.

Frei von eigenen Gefühlen

Es fehlt mir DEIN Glühen

 

Ich seh in deinen Augen

einen silbernen Glanz.

Kühl und irgendwie tot.

Keine Wärme lässt sie strahlen.

Ganz kalt und doch voller Qualen

 

Ich seh in deinen Augen

ein Sternengefunkel

Ein Glitzern in all dem Dunkel.

Wirr und irgendwie wild.

Ein verstörendes Bild

 

Ich seh in deinen Augen

einen goldenen Glanz.

Hungrig und nimmersatt.

Fremdbestimmt vom Geld,

denn das regiert die Welt

 

Ich seh in deinen Augen

einen dunklen Schimmer.

Trostlos. Und noch schlimmer,

irgendwie abscheulich

und ich bedauer dich

 

Ich wünschte, ich könnt

in deinen Augen die Liebe sehn.

Dann wüsste ich, du kannst verstehn

was die Welt um dich fühlt.

Du wärst zwar aufgewühlt

aber auch mit ihr verbunden

in deinen restlichen Stunden.

© Helga Sievert-Rathjens

 

 

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